August 2026 – Zwischen Erntefeuer, Löwentor und dem Flüstern der alten Wege
- Sandra Schüler-Kaiser
- 2. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Der August trägt den Atem der Ernte in sich. Die Sonne steht hoch am Himmel, die Felder beginnen ihre Gaben freizugeben und die Natur zeigt uns den ewigen Kreislauf von Werden, Wachsen und Vergehen.
In den alten Wegen der Naturspiritualität war diese Zeit niemals nur ein Monat im Kalender. Es war eine Schwelle – eine Zeit, in der die Menschen innehalten, den Segen der Erde ehren und erkennen, was aus ihren eigenen Samen entstanden ist.
Mit Lughnasadh, dem ersten Erntefest des keltischen Jahreskreises, beginnt der August mit einer Erinnerung: Alles, was wir nähren, wächst. Jede Entscheidung, jeder Gedanke und jede Handlung trägt irgendwann ihre Früchte.
Das Korn, das Brot und die Kräuter der Erde wurden geehrt, denn sie waren Geschenke der Natur. Auch heute können wir diesen Geist bewahren, indem wir Dankbarkeit zeigen, bewusst ernten und uns wieder mit den Rhythmen von Mutter Erde verbinden.
Der August 2026 bringt mehrere besondere Momente mit sich. Die Portaltage am 5., 7., 26. und 27. August werden in modernen spirituellen Traditionen als Zeiten erhöhter Wahrnehmung betrachtet. Viele nutzen diese Tage für Innenschau, Meditation, Rituale und die Verbindung mit der eigenen Intuition.
Diese Tage erinnern uns daran, nach innen zu lauschen. Welche alten Geschichten tragen wir noch? Welche Wurzeln nähren uns? Und welche Äste dürfen wir loslassen, damit neues Wachstum möglich wird?
Am 8. August öffnet sich symbolisch das Löwentor. Die Kraft des Löwen steht für Mut, Herzenskraft und den eigenen Weg. Es ist eine Zeit, sich daran zu erinnern, dass auch in uns ein inneres Feuer brennt.
Die Sonnenfinsternis am 12. August und die Mondfinsternis Ende August werden in vielen spirituellen Traditionen als Zeiten des Wandels betrachtet. Die Sonne schenkt Bewusstsein und Leben, der Mond steht für die verborgenen Seiten unserer Seele. Beide erinnern uns daran, dass Licht und Schatten zusammengehören.
Aus schamanischer Sicht ist der August eine Schwellenzeit. Die Schleier zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren werden in vielen Traditionen symbolisch dünner. Es ist eine Zeit, in der wir unseren Ahnen gedenken, die Weisheit der Natur ehren und unsere Verbindung zu den Elementen stärken können.
Die Pflanzen des Augusts tragen ihre eigene Sprache.
Der Beifuß wird seit Jahrhunderten als Pflanze der Übergänge und des Schutzes verehrt. Die Schafgarbe erinnert an Balance und innere Stärke. Lavendel bringt Ruhe in Geist und Herz, während Rosmarin für Klarheit und Erinnerung steht.
Auch die Tiere des Waldes können uns als Spiegel dienen. Der Hirsch erinnert an Würde und sanfte Kraft. Der Wolf lehrt Vertrauen und Verbundenheit. Der Adler schenkt den Blick aus einer höheren Perspektive. Die Schlange erinnert daran, dass jede Wandlung ein Ablegen alter Haut bedeutet.
Ein einfaches Ritual für diese Zeit:
Gehe hinaus in die Natur. Berühre die Erde unter deinen Füßen. Sammle einen Moment der Stille. Entzünde eine Kerze oder lege eine kleine Gabe für die Natur nieder. Sprich deinen Dank aus für das, was dich trägt, und verabschiede bewusst, was nicht mehr mit dir gehen soll.
Der August fragt uns nicht, schneller zu werden.
Er fragt uns:
Was hast du gesät?
Was bist du bereit zu ernten?
Und was darf zurück zur Erde gehen?
Möge das Feuer deinen Mut nähren, das Wasser deine Seele reinigen, die Erde dich tragen und der Wind dir Klarheit schenken.
Blessed be.
Hexe Cassiopeia
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