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Bin ich wirklich eine KI-Designerin und KI-Künstlerin?

  • Autorenbild: Sandra Schüler-Kaiser
    Sandra Schüler-Kaiser
  • 15. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Eine klare Antwort auf die Kritik an KI-Kunst


„Du bist keine Designerin.“

„Das ist keine Kunst.“

„Du drückst doch nur einen Knopf.“

„KI macht die Arbeit – nicht du.“

Solche Aussagen begegnen mir inzwischen regelmäßig auf Social Media.

Und deshalb möchte ich dieses Thema einmal sachlich erklären.

Nicht, um mich vor jedem Kritiker zu rechtfertigen.

Sondern weil rund um KI-Design, KI-Kunst und kreative Arbeit mit künstlicher Intelligenz noch immer viele falsche Vorstellungen existieren.



KI ist ein Werkzeug. Nicht die kreative Leitung.


Wenn ich mit künstlicher Intelligenz arbeite, entsteht ein Bild nicht einfach deshalb, weil ich einen Knopf drücke.

Ich beginne mit einer Idee.

Ich entwickle eine visuelle Richtung.

Ich entscheide über Stil, Atmosphäre, Perspektive, Farbwelt, Komposition und Bildsprache.

Ich formuliere Anweisungen für das KI-System, teste Varianten, verwerfe Ergebnisse, verändere Vorgaben und entwickle die Arbeit weiter.


Danach kommt die Auswahl:

Was funktioniert? Was nicht? Was passt zur Aussage? Was gehört verworfen?

Und je nach Projekt folgen weitere Schritte wie Bildbearbeitung, Compositing, Retusche, Layout, Typografie, Animation oder die Einbindung in eine komplette Marken- und Kommunikationswelt.

Die KI erzeugt dabei bestimmte Bestandteile.

Die kreative Entscheidung bleibt beim Menschen.



Aber ist das wirklich Design?


Ja – sofern Design als das verstanden wird, was es tatsächlich ist:

Die bewusste Entwicklung einer visuellen Lösung für eine bestimmte Aufgabe.

Eine Designerin arbeitet nicht nur mit einem einzigen Werkzeug.

Früher waren es Bleistift, Pinsel, Tusche und Drucktechnik.

Später kamen Fotografie, Layoutprogramme, Photoshop, Illustrator und 3D-Software hinzu.

Heute gehören zusätzlich KI-Systeme zu diesem Werkzeugkasten.

Das Werkzeug verändert sich.

Die kreative Aufgabe bleibt.

Ein Grafikprogramm macht niemanden automatisch zur Designerin.

Genauso wenig macht ein KI-Generator automatisch jemanden zur Designerin.


Entscheidend ist, was der Mensch mit dem Werkzeug macht.



Und was ist mit KI-Kunst?

Hier wird die Diskussion noch interessanter.

Nicht jedes KI-generierte Bild ist Kunst.

Das behaupte ich auch gar nicht.

Wenn jemand einen beliebigen Satz eingibt, das erste Ergebnis herunterlädt und es ohne weitere kreative Absicht veröffentlicht, muss daraus noch lange kein eigenständiges Kunstwerk entstehen.


Aber daraus folgt nicht:

„Alles, was mit KI erstellt wurde, ist keine Kunst.“

Das wäre genauso pauschal.

Kunst entsteht nicht allein durch das verwendete Werkzeug.

Sie kann durch eine Idee, eine Aussage, eine Ästhetik, eine emotionale Wirkung, eine künstlerische Entscheidung und eine bewusste Gestaltung entstehen.

Ein Pinsel macht kein Kunstwerk.

Eine Kamera macht kein Kunstwerk.

Photoshop macht kein Kunstwerk.

Eine 3D-Software macht kein Kunstwerk.

Und eine KI macht ebenfalls kein Kunstwerk allein.

Das Werkzeug ist nicht die Kunst.


Was macht eine KI-Künstlerin dann eigentlich?

Für mich bedeutet KI-Kunst nicht:

„Ich lasse eine Maschine ein schönes Bild erzeugen.“

Meine Arbeit beginnt viel früher.

Ich entwickle Konzepte.

Ich erschaffe visuelle Welten.

Ich kombiniere unterschiedliche Bildideen.

Ich experimentiere mit Stilen und Techniken.

Ich entwickle Charaktere, Szenarien und visuelle Geschichten.

Ich entscheide, welche Ergebnisse weiterentwickelt und welche verworfen werden.

Ich arbeite mit KI nicht nur als Bildgenerator, sondern als kreativem Werkzeug innerhalb eines gesamten Gestaltungsprozesses.

Und genau deshalb bezeichne ich mich als:

KI-Designerin · KI-Künstlerin · Kreative Leiterin


„Aber die KI hat das Bild gemacht.“

Teilweise.

Und genau hier lohnt sich eine differenzierte Betrachtung.

Bei einer KI-generierten Arbeit können verschiedene Ebenen auseinandergehalten werden:

Die Maschine erzeugt eine visuelle Ausgabe.

Der Mensch entwickelt die Idee, gibt die Richtung vor, entscheidet über die Ergebnisse und bestimmt, welches Werk letztendlich entsteht und wie es verwendet wird.

Das ist kein magischer Prozess.

Es ist ein kreativer Workflow mit einem neuen Werkzeug.

Und dieser Workflow verlangt Fähigkeiten.


KI macht kreative Arbeit nicht automatisch einfacher

Ein häufiges Missverständnis lautet:

„Jeder kann heute mit KI Designer werden.“

Technisch kann heute tatsächlich fast jeder ein Bild generieren.

Aber zwischen

„ein Bild erzeugen“

und

„eine professionelle visuelle Lösung entwickeln“

liegt ein erheblicher Unterschied.

Ein professionelles Ergebnis braucht unter anderem:

  • visuelles Verständnis

  • Komposition

  • Bildsprache

  • Typografie

  • Farbverständnis

  • Konzeptentwicklung

  • Markenverständnis

  • Zielgruppenverständnis

  • Art Direction

  • Auswahlkompetenz

  • technisches Verständnis

  • Bildbearbeitung

  • Qualitätskontrolle

  • strategische Anwendung

KI kann davon Teile beschleunigen.

Sie ersetzt aber nicht automatisch diese Kompetenzen.


KI verändert den Beruf – sie löscht ihn nicht aus

Das ist meiner Meinung nach der entscheidende Punkt.

Die Kreativbranche verändert sich.

Das ist unbestreitbar.

Designerinnen und Designer müssen heute andere Werkzeuge beherrschen als vor zehn oder zwanzig Jahren.

Wer sich dagegen entscheidet, mit KI zu arbeiten, darf das selbstverständlich tun.

Genauso darf ich mich dafür entscheiden, dieses Werkzeug intensiv zu nutzen.

Ich muss deshalb nicht behaupten, dass traditionelle Gestaltung wertlos geworden ist.

Im Gegenteil.


Je mehr KI Bilder erzeugen kann, desto wichtiger wird menschliche Auswahl, Konzeptstärke und kreative Führung.

Denn wenn theoretisch jeder tausende Bilder erzeugen kann, wird nicht das einzelne Bild zum knappsten Gut.

Die Idee wird zum knappen Gut.


Ich verstecke nicht, dass ich KI nutze

Das ist mir wichtig.

Ich möchte nicht so tun, als wären meine Arbeiten ausschließlich analog oder klassisch von Hand entstanden.

Ich arbeite mit künstlicher Intelligenz.

Offen.

Bewusst.

Professionell.

Deshalb steht bei mir KI-Designerin und KI-Künstlerin.

Nicht als Etikett, um etwas größer erscheinen zu lassen.

Sondern als Beschreibung meiner Arbeitsweise.


Kritik ist erlaubt. Pauschale Abwertung bringt die Diskussion nicht weiter.

Man kann KI-Kunst kritisch sehen.

Man kann über Urheberrecht diskutieren.

Man kann über Trainingsdaten diskutieren.

Man kann über Stilimitation, Transparenz, Arbeitsmarkt und ethische Fragen diskutieren.

Diese Diskussionen sind wichtig.

Aber:

„KI ist keine Kunst, deshalb bist du keine Künstlerin.“

ist keine differenzierte Argumentation.

Es ist lediglich eine Behauptung.

Die interessantere Frage lautet:

Was macht ein Mensch mit einem neuen kreativen Werkzeug?

Genau diese Frage interessiert mich.


Meine Position

Ich möchte keine traditionelle Designerin imitieren.

Ich möchte auch nicht behaupten, dass KI klassische Kunst und klassisches Design ersetzt.

Ich arbeite an der Schnittstelle zwischen Kreativität, Technologie und visueller Kommunikation.

Meine Aufgabe ist es, Ideen sichtbar zu machen.

Mit KI.

Mit Design.

Mit Kunst.

Mit Strategie.

Und mit einer klaren kreativen Handschrift.

Deshalb bleibe ich bei meiner Bezeichnung:


KI-Designerin · KI-Künstlerin · Kreative Leiterin

Nicht weil eine Maschine mich zur Kreativen macht.

Sondern weil ich mich bewusst entschieden habe, ein neues Werkzeug professionell zu beherrschen.

Und genau darüber sollten wir sprechen.

Nicht darüber, ob ein Werkzeug „erlaubt“ ist.

Sondern darüber, was wir Menschen daraus machen.

Du willst sehen, was professionelle KI-Gestaltung daraus machen kann?

Ich entwickle KI-Kunst, visuelle Markenwelten, Kampagnen und digitale Designs für Menschen und Unternehmen, die ihre Ideen sichtbar machen wollen.



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